rbb/ARD History: Staatsgeheimnis RAF

Die DDR gewährte in den 1980er Jahren zehn Aussteigern der Roten Armee Fraktion (RAF) Unterschlupf. Mit neuer Identität und unter dem Schutz der Staatssicherheit sollten sie ein unauffälliges Leben führen, während die Sicherheitsbehörden der Bundesrepublik weiter nach ihnen fahndeten. Die Dokumentation von Claus Räfle rekonstruiert diesen außergewöhnlichen Fall deutsch-deutscher Zeitgeschichte und erzählt die Geschichte eines bislang weitgehend verborgenen Kapitels der RAF.

Terroristen in der DDR

Der Film über das gehei­me Leben von RAF-Aus­stei­gern ist am Mon­tag, 12. Okto­ber 2026 um 23.35 Uhr im Ers­ten zu sehen und ab 7. Okto­ber in der ARD Media­thek abruf­bar.

Silke Maier-Witt

Im Mit­tel­punkt des Films steht Sil­ke Mai­er-Witt, einst Mit­glied der zwei­ten RAF-Gene­ra­ti­on und betei­ligt an der Ent­füh­rung des Arbeit­ge­ber­prä­si­den­ten Hanns Mar­tin Schley­er. Nach ihrem Aus­stieg aus der Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on gelangt sie über Kon­tak­te zur Staats­si­cher­heit in die DDR. Dort erhält sie eine neue Iden­ti­tät und ver­sucht, fern­ab der Öffent­lich­keit ein neu­es Leben zu begin­nen. Aus der in West­deutsch­land als Ter­ro­ris­tin Gesuch­ten wird eine Kran­ken­schwes­ter in der DDR.

Sil­ke Mai­er-Witt in Neu­bran­den­burg bei Dreh­ar­bei­ten © rbb/LOOK! Film­pro­duk­ti­on

Die Rolle der Stasi

Der preis­ge­krön­te Fil­me­ma­cher Claus Räf­le zeich­net nach, wie die Staats­si­cher­heit die ehe­ma­li­gen RAF-Mit­glie­der ver­steck­te, wel­che poli­ti­schen Inter­es­sen hin­ter der gehei­men Auf­nah­me stan­den und wie das Sys­tem der Tar­nung über Jah­re auf­recht­erhal­ten wur­de. Die Doku­men­ta­ti­on beleuch­tet zugleich die Ermitt­lun­gen west­deut­scher Behör­den, die Ver­schleie­rungs­tak­ti­ken der Sta­si sowie die Span­nun­gen, die ein Bekannt­wer­den der Zusam­men­ar­beit zwi­schen DDR und RAF aus­ge­löst hät­te.

Vielschichtiges Bild

Anhand von Zeit­zeu­gen­be­rich­ten, Exper­ten­ge­sprä­chen und Gesprä­chen mit Sil­ke Mai­er-Witt selbst ent­steht ein viel­schich­ti­ges Bild jener Jah­re. Als 1989 die Mau­er fällt, endet auch das gehei­me Leben der RAF-Aus­stei­ger in der DDR, weni­ge Mona­te spä­ter wer­den sie ver­haf­tet.

Hier wur­den die RAF-Aus­stei­ger 1980 von der Sta­si zu DDR-Bür­gern gemacht. © rbb/LOOK! Film­pro­duk­ti­on

Leben mit fremder Identität

Wie bereits in sei­nem viel­fach aus­ge­zeich­ne­ten Doku-Dra­ma „Die Unsicht­ba­ren – Wir wol­len leben“ wid­met sich Claus Räf­le erneut Men­schen, die unter einer frem­den Iden­ti­tät leben muss­ten. Für „Staats­ge­heim­nis RAF – Ter­ro­ris­ten in der DDR“ ver­bin­det er Inter­views und sel­te­nes Archiv­ma­te­ri­al mit KI-ani­mier­ten Sze­nen von Hel­mut Fischer und Par­viz Baluc­ci zu einem zeit­ge­schicht­li­chen Doku-Thril­ler.

In die­sem ehe­ma­li­gen Forst­haus instru­ier­te die Sta­si zehn RAF-Aus­stei­ger, wie sie in der DDR als unauf­fäl­li­ge Bür­ger leben soll­ten. Unter ihnen Sil­ke Mai­er Witt. © rbb/LOOK! Film­pro­duk­ti­on

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