Faszination Tiefsee

Die Tiefsee ist Terra incognita: Abenteuer und gigantischer Lebensraum zugleich. Ihre Tiefe weckt Urängste, und dennoch gehen wir achtlos mit ihr um – obwohl sie für unser Überleben unverzichtbar ist. 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Ozeanen bedeckt. Während Mond und Mars nahezu vollständig kartiert sind, ist der Meeresgrund bislang zu weniger als einem Promille erforscht. Die Tiefsee – der größte Lebensraum unseres Planeten – bleibt weitgehend unbekannt. ARTE zeigt den Dokumentarfilm von Martin Papirowski am 4. Juli um 20.15 Uhr. Bei arte.tv ist der Film bis 1. Oktober zu sehen.

Expedition zum Grund der Meere

„Fas­zi­na­ti­on Tief­see“ folgt der Dra­ma­tur­gie einer ver­ti­ka­len Rei­se: Ebe­ne für Ebe­ne führt die Kame­ra hin­ab – von der licht­durch­flu­te­ten Ober­flä­che bis in die tiefs­ten Regio­nen der Ozea­ne. Unter extre­men Bedin­gun­gen – Käl­te, Dun­kel­heit und enor­mem Druck – exis­tie­ren hoch­spe­zia­li­sier­te Lebens­for­men.

Mit dem Fahr­stuhl in die Tief­see © Mar­tin Papi­row­ski

Der Film zeigt Tief­see­be­woh­ner, deren Lebens­zy­klen mensch­li­che Zeit­maß­stä­be oft spren­gen. Gleich­zei­tig erweist sich die Tief­see als Labor der Evo­lu­ti­on und als Schlüs­sel­raum für zukünf­ti­ge Inno­va­tio­nen.

Bio­lu­mi­nes­zenz – eine wich­ti­ge Über­le­bens­stra­te­gie in der Tief­see © Natio­nal Ocea­nic and Atmo­sphe­ric Admi­nis­tra­ti­on NOAA/WDR

For­schen­de unter­su­chen Orga­nis­men, deren bio­che­mi­sche Anpas­sun­gen neue Impul­se für Medi­zin und Tech­no­lo­gie lie­fern könn­ten.

© Natio­nal Ocea­nic and Atmo­sphe­ric Admi­nis­tra­ti­on NOAA/WDR

Die Tief­see ist bedroht: Indus­tri­el­le Fische­rei, Tief­see­berg­bau und Roh­stoff­in­ter­es­sen gefähr­den emp­find­li­che Öko­sys­te­me, deren Rege­ne­ra­ti­on Jahr­hun­der­te dau­ern kann. Zugleich ist die Tief­see die größ­te Koh­len­stoff­sen­ke der Erde und von zen­tra­ler Bedeu­tung für das glo­ba­le Kli­ma.

Ein Man­gan­knol­len­feld – For­scher war­nen vor der Zer­stö­rung die­ser emp­find­li­cher Öko­sys­te­me durch den Abbau von Roh­stof­fen in der Tief­see. © GEOMAR Kiel/WDR

Der Film ver­knüpft Wis­sen­schaft, Kul­tur­ge­schich­te und Psy­cho­lo­gie zu einer viel­schich­ti­gen Erzäh­lung über das Ver­hält­nis des Men­schen zum Unbe­kann­ten – und zeigt, war­um wir nur schüt­zen kön­nen, was wir ver­ste­hen.

Der Fas­sau­gen­fisch zählt zu den außer­ge­wöhn­lichs­ten Tief­see­le­be­we­sen: Der obe­re Teil sei­nes Kop­fes ist trans­pa­rent. © MBARI (Mon­terey Bay Aqua­ri­um Rese­arch Institute)/WDR

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