Gewinner*innen beim 22. Deutschen FernsehKrimi-Festival


Caligari FilmBühne, Jurys 2026, Festivalleiterin Catrin Ehrlich © Jason Sellers/Deutsches FernsehKrimi-Festival
„ACHT“ erhielt zudem einen Sonderpreis für das beste Schauspiel. Ausgezeichnet wurden Thomas Prenn und Regina Fritsch, die mit ihrem reduzierten Spiel einen regelrechten Sog kreierten, so die Jury: „Während die beiden Figuren einer klaren Hierarchie unterliegen, agieren die Spielenden auf Augenhöhe, dass man zu jedem Zeitpunkt den Respekt zwischen den beiden spürt. Regina Fritsch glänzt als Chefinspektorin Geyer mit pointierter Autorität, die sich schließlich von ihrem Adjutanten mit ihrem eigenen Gewissen konfrontiert sieht. Dank Thomas Prenns präzisem Spiel, das Innere auf minimalistische Art und Weise nach außen zu kehren, wird dieses Wechselspiel der beiden zu einem darstellerischen Hochgenuss.“


Produzent Alexander Glehr und ZDF-Redakteur Daniel Blum © Jason Sellers/Deutsches FernsehKrimi-Festival
Ein weiterer Sonderpreis ging nach Österreich, an „EIERKRATZ-KOMPLOTT – EIN STINATZ-KRIMI“. Regie: Daniel Geronimo Prochaska, Buch: Stefan Hafner, Thomas Weingartner nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Stipsits. Der Jury gefiel: „Eierkratz-Komplott“ lädt uns an einen Ort ein, den wir so noch nicht kannten, doch jetzt definitiv nicht mehr missen möchten. Vor allem dank eines ebenso warmherzigen, wie einzigartigen Ensembles haben wir uns von der ersten Minute an verliebt in eine Welt, in der das Ausblasen von Eiern ebenso existenziell ist, wie ein Toter auf der Sonnenbank. Aber auch die einzigartige Kamera, die liebevolle Ausstattung, der überraschende Schnitt und die pointierte Musik zeigen uns, was alles möglich ist, wenn man Humor in das Krimi-Genre Einzug halten lässt.“


Komponist Thomas Jarmer und Produzentin Gudula von Eysmondt, Jury Denise Langenhan und Tijan Nije © Jason Sellers/DFKF
Auch das neue Ermittlerteam im Frankfurter Tatort hat die Jury überzeugt. Mit einem Sonderpreis würdigte sie Edin Hasanović und Melika Foroutan für ihr herausragendes Zusammenspiel: „Melika Foroutan beeindruckt mit einer eleganten Präsenz in ihrer Souveränität, sowohl innerhalb der Figur als auch im Spiel selbst. Ohne jede Eitelkeit eröffnet sie der Verletzlichkeit ihres Gegenübers einen Schutzraum. Die Wucht in Edin Hasanovićs kompromisslosem Spiel konfrontiert uns mit dem Schmerz seiner Figur Hamza und lässt uns keine Chance, dem zu entkommen. In dieser Kombination erschaffen sie in den kammerspielartig anmutenden Szenen im Keller eine elektrisierende Lebendigkeit, die gleichsam fesselt und berührt.“
Als Krimiserie des Jahres zeichnete die Studierendenjury „Sternstunde der Mörder“ aus, eine deutsch-österreichisch-tschechische Koproduktion. Regie: Christopher Schier, Buch: Klaus Burck – nach dem gleichnamigen Roman von Pavel Kohout. Der Serie gelinge es, Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg aus neuer Perspektive zu erzählen. In der Begründung heißt es: „STERNSTUNDE DER MÖRDER fängt uns mit ausdrucksstarken Bildern ein, kontrastreich geleuchtet, kreativ aufgelöst, und wirft uns in das Prag von 1945, eine Zeit, in der Gewalt an der Tagesordnung steht, mit der jedoch visuell sensibel umgegangen wird – implizit und doch nicht verharmlosend.


Studierendenjury Anna-Lena Smith, Moritz Weikert und Viktoria Waldorf, Diane Wurzschmitt, Jörg Himstedt und Christopher Schier © Jason Sellers/Deutsches FernsehKrimi-Festival
Die Serie zeichnet sich durch eine große Stimmigkeit aus. Kostüm, Bildgestaltung, Geschichte und Charaktere ergänzen einander und besonders der Einsatz der Zweisprachigkeit fällt ins Auge. Oder eben nicht; denn geschickt geben sich Deutsch und Tschechisch die Hand und verleihen Charakterbeziehungen neue Bedeutungsebenen.
Die Zuschauenden werden von der Vielschichtigkeit der Charaktere herausgefordert, aus Sympathie und Abneigung ins grundsätzliche Hinterfragen überzugehen. Die Rollen der Frauen wirken historisch angepasst und zeugen gleichzeitig von Stärke, Bestimmtheit und Relevanz.“

Regisseur Christopher Schier © Jason Sellers/Deutsches FernsehKrimi-Festival
Die Publikumsjury des Wiesbadener Kuriers entschied sich für den „Tatort – Dunkelheit“ des Hessischen Rundfunks von Regisseur Stefan Schaller. Das Drehbuch schrieben Senad Halilbašić, Stefan Schaller und Erol Yesilkaya. Das Genre „Cold Case“ habe sie „regelrecht vom Hocker gehauen“, so die Jury. Und weiter: „Der von uns ausgewählte Film hat eine Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann. Mit beeindruckender Ruhe und gleichzeitig enormer Spannung erzählt er einen nahbaren, glaubwürdigen und emotional tiefgehenden Fall.


Schauspieler Sahin Eryilmaz, Regisseur Stefan Schaller © Jason Sellers/Deutsches FernsehKrimi-Festival
Was uns begeistert hat, sind die herausragenden schauspielerischen Leistungen – nicht nur in den Hauptrollen, sondern auch die Nebendarsteller. Im Zentrum steht ein sympathisches und empathisches Ermittlerteam, das eine außergewöhnliche Glaubwürdigkeit entwickelt. Der Film erzeugt Spannung, ohne große Actionszenen. Über weite Strecken erinnert er fast an ein Kammerspiel und die Geschichte hält das Publikum vom ersten bis zum letzten Moment in ihrem Bann.“

Nicole Peters, Marina Stenzel, Hella Wagner, Lucia Fottner und Nicole Oechelhäuser (Publikumsjury) mit Sahin Eryilmaz © Jason Sellers/Deutsches FernsehKrimi-Festival
Der Preis für die vielversprechendste Stoffidee im Drehbuchwettbewerb „Tatort rechtsaußen“ ging an den Schauspieler und Nachwuchsautor Aykut Kayacık für die Miniserie „Wölfe“ über zwei verdeckte Ermittlerinnen, die parallel die türkischen Grauen Wölfe und die deutsche Neonazi-Szene infiltrieren.


Preisträger Aykut Kayacık , Drehbuchwettbewerb © Jason Sellers/Deutsches FernsehKrimi-Festival
Über das Festival
Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist eine Veranstaltung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden mit Unterstützung durch die Hessen Film & Medien, den Hessischen Rundfunk und die SV SparkassenVersicherung, in Kooperation mit dem Medienzentrum Wiesbaden und dem Wiesbadener Kurier.
Mehr Informationen unter www.fernsehkrimifestival.de



Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, Preise, Festivalleiterin Cathrin Ehrlich © Jason Sellers/Deutsches FernsehKrimi-Festival


Caligari FilmBühne, Jury Mitglied Tijan Nije © Jason Sellers/DFKF