ARTE-Premiere: Hannah Arendt

Am 21. November feierte die Dokumentation "Hannah Arendt - Eine Jüdin im Pariser Exil" ihre Premiere in Hamburg - eine Kooperation von ARTE mit der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS. Nach dem 52-minütigen Film folgte ein Podiumsgespräch mit Regisseur Christian Bettges und Hannah-Arendt-Biograf Thomas Meyer. Es moderierte Shila Behjat.

Eine Jüdin im Pariser Exil

v.l.: Shi­la Beh­jat, Han­nah-Are­ndt-Bio­graf Tho­mas Mey­er, Schau­spie­le­rin Andrea Casa­bi­an­chi, Regis­seur Chris­ti­an Bett­ges, Pro­du­ce­rin Nad­ja Frenz und Wolf­gang Berg­mann, Geschäfts­füh­rer ARTE Deutsch­land © Bet­ti­na Mel­zer

Am 4. Dezem­ber jährt sich zum 50. Mal der Todes­tag Han­nah Are­ndts. Die 1930er Jah­re ver­brach­te sie auf der Flucht vor den Natio­nal­so­zia­lis­ten im Pari­ser Exil. Dort ret­te­te sie Kin­dern und Jugend­li­chen das Leben, indem sie ihnen die Flucht nach Paläs­ti­na ermög­lich­te. Are­ndts Ana­ly­sen des Anti­se­mi­tis­mus, ihre For­de­rung nach dem Recht aller Rech­te zu haben, wie auch ihre Aus­ein­an­der­set­zung mit der Assi­mi­la­ti­on von Juden an die Mehr­heits­ge­sell­schaft grün­den in die­sem Lebens­ab­schnitt. Eben­so bil­de­te sich ihre pro-zio­nis­ti­sche Sicht auf die Grün­dung Isra­els her­aus, die quer zu Ansich­ten ande­rer Strö­mun­gen der Bewe­gung stand.

Street Art zum Shoa-Geden­ken im Pari­ser Stadt­teil Marais © Tho­mas Bres­in­sky

Die zum Best­sel­ler avan­cier­te Bio­gra­fie von Tho­mas Mey­er hat Are­ndts Zeit in Paris erst­mals gründ­lich erforscht. Mit Tho­mas Mey­er begibt sich der Film von Chris­ti­an Bett­ges zu den Wir­kungs­stät­ten der poli­ti­schen Den­ke­rin – so nach Gurs, einem Inter­nie­rungs­la­ger im Süden Frank­reichs. Nach Kriegs­be­ginn wur­den hier auch deut­sche Juden inter­niert, die sich in Frank­reich auf­hiel­ten. In einem klei­nen Zeit­fens­ter wur­den Häft­lin­ge ent­las­sen, nur knapp ent­ging Are­ndt der Depor­ta­ti­on nach Ausch­witz-Bir­ken­au.

Han­nah-Are­ndt-Bio­graf Tho­mas Mey­er im Fran­zö­si­schen Natio­nal­ar­chiv © Tho­mas Bres­in­sky

Erst in ihrer neu­en Hei­mat New York erfuhr Han­nah Are­ndt vom Holo­caust und ver­fass­te ihre ein­drucks­vol­len The­sen zu tota­ler Herr­schaft als Pra­xis voll­stän­di­ger Ent­mensch­li­chung.

Die Phi­lo­so­phin Han­nah Are­ndt, foto­gra­fiert von Fred Stein © Fred Stein Archiv

Neben Tho­mas Mey­er kom­men in der leben­di­gen Annäh­rung an die­se Jah­re ihrer Bio­gra­phie der Phi­lo­soph Omri Boehm, die Ador­no-Preis­trä­ge­rin Sey­la Ben­ha­bib, die fran­zö­si­sche Are­ndt-Exper­tin Mar­ti­ne Lei­bo­vici und Mari­na Touillez zu Wort, deren Dar­stel­lung von Are­ndts Pari­ser Exil-Umfeld in Frank­reich inten­siv dis­ku­tiert wur­de.

v.l.: Mar­ti­ne Lei­bo­vic © Tho­mas Bres­in­sky, Tho­mas Mey­er und Peter Stein, Lei­ter Fred Stein Archiv © Jan Ker­hat, Mari­na Touilliez © Tho­mas Bres­in­sky

Produktionsinformationen

„Han­nah Are­ndt – Eine Jüdin im Pari­ser Exil“ ist eine Pro­duk­ti­on der Vin­cent Pro­duc­tions GmbH. Pro­du­ce­rin: Nad­ja Frenz. Redak­ti­on: Chris­to­pher Jans­sen (ZDF). Der Film wur­de geför­dert mit Mit­teln der nord­me­dia – Film- und Medi­en­ge­sell­schaft Niedersachsen/Bremen. ARTE zeigt die Doku­men­ta­ti­on am 10. Dezem­ber um 22.05 Uhr; sie ist bis 24 Febru­ar 2026 bei arte.tv ver­füg­bar.

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