„Nürnberg 45“ am historischen Ort

Am 4. November lud der Bayerische Rundfunk zur exklusiven Preview des ARD-Dokudramas „Nürnberg 45 – Im Angesicht des Bösen“ nach Nürnberg. Im Saal 600 des Justizpalastes begann vor 80 Jahren, am 20. November 1945, der erste der Nürnberger Prozesse – ein Meilenstein im Völkerstrafrecht. Zum ersten Mal wurden Politiker und Militärs durch ein internationales Gericht persönlich für ihre Taten zur Verantwortung gezogen. Im Mittelpunkt des Films stehen zwei junge Auswitzüberlebende: Der Journalist Ernst Michel und die polnische Autorin Seweryna Szmaglewska.

Preview im „Memorium Nürnberger Prozesse“

Für das Event reis­ten die Töch­ter von Prot­ago­nist Ernst Michel nach Nürn­berg – Lau­ren Michel Shach­ar kam aus Jeru­sa­lem und Karen Michel Dani­els aus New York.

Lau­ren Michel Shach­ar (l) und Karen Michel Dani­els ® am Ein­gang zum Gerichts­ge­bäu­de © Bet­ti­na Mel­zer

Ihr Vater wur­de 1923 in Mann­heim gebo­ren, er wuchs in einer jüdi­schen Fami­lie auf. Mit 16 Jah­ren wur­de Ernst Michel aus sei­ner Hei­mat­stadt depor­tiert und in ver­schie­de­ne Arbeits­la­ger gebracht. Sei­ne Eltern sah er nie wie­der. 674 Tage über­leb­te er das Ver­nich­tungs­la­ger Ausch­witz-Bir­ken­au. Vom ers­ten Nürn­ber­ger Pro­zess berich­te­te er für die alli­ier­te Nach­rich­ten­agen­tur in der ame­ri­ka­ni­schen Besat­zungs­zo­ne DANA, aus der spä­ter die Deut­sche Pres­se­agen­tur dpa her­vor­ging. Ernst Michel war der jüngs­te Jour­na­list im Saal – und der ein­zi­ge Holo­caust-Über­le­ben­de. Sei­ne Berich­te zeich­ne­te er mit sei­ner Häft­lings­num­mer 104995. Noch vor der Urteils­ver­kün­dung wan­der­te er in die USA aus.

Son­der­be­richt­erstat­ter Ernst Michel 1945 © privat/Familie Michel

Jona­than Ber­lin ver­kör­pert im ARD-Doku­dra­ma den jun­gen Repor­ter Ernst Michel. Die Begeg­nung mit sei­nen Töch­tern ist ein beson­de­rer Moment für den Schau­spie­ler. Karen Dani­els begrüßt ihn mit den Wor­ten „Hi Dad­dy“.

v.l.: Jona­than Ber­lin, Karen Michel Dani­els, Lau­ren Michel Shach­ar, Autor Dirk Eis­feld © BR

Lau­ren und Cha­im Shach­ar im Gespräch mit Jona­than Ber­lin

Auch Fran­cis Ful­ton-Smith ist zur Pre­view nach Nürn­berg gereist. Er spielt im Film den Top-Nazi und Haupt­an­ge­klag­ten Her­mann Göring.

BR Fran­ken­schau-Mode­ra­tor Rüdi­ger Bau­mann führt durch den Abend.

Die Pro­du­zen­ten sind nach Nürn­berg gekom­men: Kay Sier­ing von Spie­gel TV sowie Micha­el Sou­vi­gnier und Till Deren­bach von Zeit­sprung Pic­tures.

Kay Sier­ing, Micha­el Sou­vi­gnier, Till Deren­bach © BR

Team Memo­ri­um Nürn­ber­ger Pro­zes­se, Redak­teu­re, Pro­du­zen­ten, Autor, Regis­seur und Schau­spie­ler © BR

Her­mann Göring © NDR/Zeitsprung Pictures/Spiegel TV

„Nürn­berg 45 – Im Ange­sicht des Bösen“ läuft im linea­ren TV am 9. Novem­ber um 21.45 Uhr – direkt nach dem Tat­ort. Der Film ist zwei Jah­re lang in der ARD-Media­thek zu sehen. Das Doku­dra­ma ent­stand im Auf­trag aller ARD Lan­des­rund­funk­an­stal­ten, die Feder­füh­rung teil­ten sich NDR und BR. Pro­duk­ti­ons­fir­men sind Zeit­sprung Pic­tures und SPIEGEL TV.

Jona­than Ber­lin (Ernst Michel), Katha­ri­na Stark (Sewery­na Szma­glews­ka), Dreh­ar­bei­ten © NDR/Márton Kál­lai

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