Seele der Klarinette
Giora Feidman entstammt einer Familie von Klezmorim, deren Tradition er in der vierten Generation fortsetzt. Schon als 13-Jähriger begleitete er seinen Vater zu Auftritten bei Hochzeiten und anderen Festen. Vier Jahre später nahm ihn das Orchester des Teatro Colón in Buenos Aires als Klarinettist auf. 1956 verließ Giora Feidman Argentinien und zog nach Israel, wo er Mitglied des Israel Philharmonic Orchestra wurde.

Giora Feidman © Kai Weise
Als „King of Klezmer“ wurde der jüdische Klarinettist weltbekannt. Von Buenos Aires über Israel bis nach Hamburg verbindet seine Musik Menschen weltweit. Zeitlebens hat sich der Weltbürger Giora Feidman für Versöhnung und den Dialog zwischen den Kulturen eingesetzt, während er in aller Welt mit den namhaftesten Orchestern und Dirigenten spielte. So erklang seine Klarinette im Film „Schindlers Liste“ von Steven Spielberg – neben der Violine von Itzhak Perlman.

Giora Feidman © Mehran Montazer
„Ich gehe auf die Bühne, um meine Seele zu teilen.“ Für Giora Feidman ist das kein Bild, sondern Haltung. Kurz vor seinem 90. Geburtstag arbeitet der international gefeierte Klarinettist an einem neuen Album, während im Nahen Osten die politische Lage eskaliert. Konzerttermine geraten ins Wanken, Reisewege werden unsicher.
Die Dokumentation von Nahuel Lopez begleitet den Künstler in dieser Phase zwischen Tel Aviv, Hamburg und Zürich ins Tonstudio, auf die Bühne und in sein privates Umfeld.
Gemeinsam mit seinem iranischstämmigen Komponisten, Manager und engen Freund Majid Montazer bringt Giora Feidman Musiker unterschiedlicher Herkunft zusammen. In einer Zeit politischer Polarisierung setzt er auf künstlerische Zusammenarbeit als Form des Dialogs. „Giora Feidman – Seele der Klarinette“ zeigt einen Musiker, der unbeirrt weiterarbeitet – überzeugt davon, dass Kunst Öffentlichkeit herstellen und Menschen verbinden kann.

Giora Feidman und Majid Montazer© Kai Wiese