MDR: Der große Stasi-Leak

Es ist einer der größten Datenskandale der Nachwendezeit: 1992 kursiert in Sachsen-Anhalt eine anonyme Liste mit den Namen von 4.500 mutmaßlichen Stasi-Informantinnen und -Informanten aus Halle/Saale. Wer hinter der Veröffentlichung steckt, blieb jahrzehntelang geheim. In der neuen MDR-Dokumentation für ARD History „Der große Stasi-Leak – Helden oder Verräter?“ treten die Urheber der Liste nach über 35 Jahren zum ersten Mal vor die Kamera und erzählen ihre Geschichte.

Helden oder Verräter?

Die Doku­men­ta­ti­on ist ab sofort in der ARD Media­thek ver­füg­bar und am 10. Novem­ber um 20.15 Uhr im MDR-Fern­se­hen zu sehen.

Nach 35 Jahren brechen die Urheber ihr Schweigen

In der Doku­men­ta­ti­on erzäh­len die Prot­ago­nis­ten von ihrem Ent­schluss, die Namen mut­maß­li­cher Sta­si-Mit­ar­bei­te­rin­nen und ‑Mit­ar­bei­ter öffent­lich zu machen, von geschmug­gel­ten Mikro­fil­men, gehei­men Ver­ste­cken und kon­spi­ra­ti­ven Aktio­nen. Zugleich berich­ten sie von den Zwei­feln, die sie bis heu­te beglei­ten: War ihr Han­deln ein not­wen­di­ger Bei­trag zur Auf­ar­bei­tung der DDR-Ver­gan­gen­heit oder ein fol­gen­schwe­rer Rechts­bruch?

v.l.n.r. Ulrich Sch­la­de­mann, Hen­ning Schaar­schmidt, Thea Ilse, Wie­land Berg, Mat­thi­as Was­chitsch­ka © Tho­mas Victor/ARD/MDR/FlOW Media

Geschmuggelte Mikrofilme, geheime Verstecke und konspirative Aktionen

„Der gro­ße Sta­si-Leak – Hel­den oder Ver­rä­ter?“ rekon­stru­iert einen Akt zivi­len Unge­hor­sams und legt die bis­her unbe­kann­ten Hin­ter­grün­de der Tat offen. Es geht um gehei­me Metall­zy­lin­der und geschmug­gel­te Mikro­fil­me, um kon­spi­ra­ti­ve Nacht- und Nebel­ak­tio­nen, um Freund­schaft, Ver­trau­en und Ver­rat. Ein true crime Spio­na­ge­thril­ler.

Film­aus­schnitt: Über­ga­be Film © MDR/FLOW media com­pa­ny

Aufklärung oder Rechtsbruch? Die Folgen des Stasi-Leaks

Neben der spek­ta­ku­lä­ren Geschich­te des Leaks beleuch­tet die Doku­men­ta­ti­on auch die recht­li­chen und gesell­schaft­li­chen Fol­gen der Ver­öf­fent­li­chung. Die damals anonym han­deln­den Betei­lig­ten set­zen sich mit den Kon­se­quen­zen ihres Han­delns aus­ein­an­der und reflek­tie­ren, wel­che Aus­wir­kun­gen ihre Ent­schei­dung auf Betrof­fe­ne, die Öffent­lich­keit und die Auf­ar­bei­tung der DDR-Geschich­te hat­te.

Film­aus­schnitt: Brief­kas­ten © MDR/FLOW media com­pa­ny

Die Doku­men­ta­ti­on zeich­net das Bild eines außer­ge­wöhn­li­chen Kapi­tels der deut­schen Zeit­ge­schich­te und stellt eine Fra­ge, die bis heu­te aktu­ell ist: Wie weit darf man gehen, um Trans­pa­renz zu schaf­fen und ver­meint­li­che Wahr­hei­ten ans Licht zu brin­gen?

Film­aus­schnitt: Film­rol­le © MDR/FLOW media com­pa­ny

Produktionsinformationen

„Der gro­ße Sta­si-Leak – Hel­den oder Ver­rä­ter?“ ist eine Pro­duk­ti­on von FLOW media com­pa­ny im Auf­trag des MDR für ARD Histo­ry. Recher­che: Melis­sa Mül­ler. Buch: Melis­sa Mül­ler, Ulri­ke Schwerdt­ner, Bet­ti­na Wobst. Regie: Ulri­ke Schwerdt­ner. Inter­views: Melis­sa Mül­ler, Bet­ti­na Wobst.

Premiere in Halle

Der Film fei­er­te am Abend des 30. Okto­ber im Pusch­ki­no zu Hal­le sei­ne Pre­mie­re: Mit Protagonist*innen, Mit­wir­ken­den, den Mache­rin­nen nebst Team­mit­glie­dern sowie Vertreter*innen des MDR und vie­len Inter­es­sier­ten der Stadt­ge­sell­schaft.

© Bet­ti­na Mel­zer

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