ARTE: Das Einhorn

Seit Jahrhunderten durchstreift eines der berühmtesten Fabelwesen unsere Kulturgeschichte. Im Laufe der Zeit hat das Einhorn zahlreiche Bedeutungen in sich vereint – Heilung, Zerstörung, Unschuld, Queerness. Die Dokumentation von Mathias Frick begibt sich auf Spurensuche: Was steckt hinter dem allgegenwärtigen Einhorn-Mythos? ARTE zeigt den Film am 19. April um 16.45 Uhr.

Kulturgeschichte einer Sehnsucht

Das Ein­horn, so erzählt man sich seit Urzei­ten, lebt im Ver­bor­ge­nen – und zeigt sich, wenn über­haupt, nur für einen Moment und aus der Fer­ne. Seit Jahr­hun­der­ten durch­streift eines der berühm­tes­ten Fabel­we­sen unse­re Kul­tur­ge­schich­te. Es begeg­net uns in Kunst­wer­ken, auf Wap­pen und Altä­ren, an Brun­nen, Gebäu­den und All­tags­ge­gen­stän­den. Es bevöl­kert Fan­ta­sy­fil­me, wur­de zum Sym­bol quee­rer Iden­ti­tät und zur Iko­ne der Pop­kul­tur.

© Pond 5

Die Ursprün­ge des Ein­horn-Mythos rei­chen bis ins 2. Jahr­tau­send vor Chris­tus zurück. Erst rela­tiv spät setz­te sich die Erkennt­nis durch, dass es sich dabei um ein Wesen der Fan­ta­sie han­delt – und doch hat es bis heu­te nichts von sei­ner Fas­zi­na­ti­on ver­lo­ren.

Im Lau­fe der Zeit hat es zahl­rei­che Bedeu­tun­gen in sich ver­eint: Es galt als hei­lend und zer­stö­re­risch, wild und unbe­zähm­bar, zugleich jedoch als Sinn­bild der Rein­heit und Unschuld. Und stets war es mit einer tie­fen Sehn­sucht ver­bun­den – denn wer es ein­mal erblick­te, den ließ es nicht mehr los.

Die welt­be­rühm­ten Ein­horn-Wand­tep­pi­che (um 1500) im Pari­ser Musée de Clu­ny reprä­sen­tie­ren die fünf mensch­li­chen Sin­ne und einen mys­te­riö­sen sechs­ten Sinn. © ZDF/Vive la Dok Filmproduktion/Sophie Krab­be

Die Doku­men­ta­ti­on begibt sich auf Spu­ren­su­che und besucht unter ande­rem die Ein­horn-Aus­stel­lung im Muse­um Bar­be­ri­ni in Pots­dam.

© Muse­um Bar­be­ri­ni Pots­dam

Des­sen Chef­ku­ra­tor Micha­el Phil­ipp, auch wis­sen­schaft­li­cher Bera­ter für die Doku, hilft dabei, die gro­ßen Fra­gen zu beant­wor­ten: War­um bie­tet das Ein­horn seit jeher eine so gro­ße Pro­jek­ti­ons­flä­che? Und wie kommt es, dass ein Tier, das nie exis­tier­te, über Jahr­tau­sen­de eine so rea­le Sehn­sucht in uns Men­schen geweckt hat?

Das Bild „White Uni­corn“ (cir­ca 2015) der nie­der­län­di­schen Foto­gra­fin Marie Céci­le Thijs ent­stand im Rah­men einer Foto­se­rie über Pfer­de. © ZDF/Vive la Dok Filmproduktion/Sophie Krab­be

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