BdB: Gespräch im Bayerischen Staatsministerium der Justiz

„Berufliche Betreuerinnen und Betreuer leisten wichtige Arbeit, die für den Rechtsstaat unverzichtbar ist. Ohne sie wäre es vielen Menschen verwehrt, ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen. Deshalb müssen sie von unnötigen bürokratischen Hürden entlastet werden. Die bayerische Justiz hat sich und wird sich weiter für eine Stärkung der beruflichen Betreuung einsetzen. Dazu hat das konstruktive Gespräch wichtige Impulse geliefert. Ich bin überzeugt: Wenn wir uns gemeinsam den Herausforderungen stellen, wird es uns gelingen, auch künftig eine qualitativ hochwertige Betreuung nachhaltig sicherzustellen.“ So bilanzierte Dr. Winfried Brechmann, Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz, das Gespräch mit Vertreter*innen des Bundesverbands der Berufsbetreuerinnen (BdB).

Konstruktiver Austausch zur Evaluation und Vergütungsreform

Am Aus­tausch nah­men Minis­te­ri­al­di­ri­gent Dr. Tho­mas Ermer (Abtei­lungs­lei­ter Zivil­recht) sowie Lei­ten­de Minis­te­ri­al­rä­tin Dr. Kat­rin Her­res­thal und Regie­rungs­di­rek­tor Dr. Mar­tin Apetz teil. Den BdB ver­tra­ten die Bun­des­vor­sit­zen­de Hülya Özkan, Chris­ti­an Morg­ner (Mit­glied im Bun­des­vor­stand), Mar­co Blam (Lan­des­spre­cher Bay­ern) und Geschäfts­füh­rer Dr. Harald Fre­ter.

von links: Chris­ti­an Morg­ner (Bun­des­vor­stand), Dr. Harald Fre­ter (BdB-Geschäfts­füh­rer), Hülya Özkan (BdB-Bun­des­vor­sit­zen­de), Dr. Win­fried Brech­mann (Amts­chef des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums der Jus­tiz), Mar­co Blam (Lan­des­spre­cher Bay­ern), Dr. Kat­rin Her­res­thal (Lei­ten­de Minis­te­ri­al­rä­tin), Dr. Tho­mas Ermer (Minis­te­ri­al­di­ri­gent, Abtei­lungs­lei­ter Zivil­recht).

Das Gespräch kon­zen­trier­te sich auf die anste­hen­de Eva­lua­ti­on des Betreu­er­ver­gü­tungs­ge­set­zes und die erfor­der­li­che Reform der Ver­gü­tungs­struk­tur. Der BdB beton­te die Bedeu­tung eines pra­xis­na­hen, wis­sen­schaft­lich fun­dier­ten Vor­ge­hens. Dr. Harald Fre­ter: „Wir hat­ten ein sehr ange­neh­mes und inten­si­ves Gespräch. Unser Ein­druck hat sich bestä­tigt: Bay­ern ver­folgt die Anlie­gen der Berufs­be­treue­rin­nen und ‑betreu­er mit gro­ßem Wohl­wol­len und wird man­che Punk­te unter­stüt­zen. Neben Ver­gü­tung und Eva­lua­ti­on spielt auch der Abbau büro­kra­ti­scher Belas­tun­gen eine zen­tra­le Rol­le. Wir wer­den als Ver­band kon­kre­te Vor­schlä­ge ein­brin­gen, die dann in den poli­ti­schen Pro­zess ein­flie­ßen.“

BdB fordert Bürokratieabbau und einheitliche Fallpauschale

Die Bun­des­vor­sit­zen­de Hülya Özkan beton­te die Not­wen­dig­keit eines kla­ren und über­sicht­li­chen Ver­gü­tungs­sys­tems: „Wir brau­chen eine ein­heit­li­che Fall­pau­scha­le. Sie macht das Sys­tem fai­rer, trans­pa­ren­ter und leich­ter hand­hab­bar. Betreu­ung wird nicht ein­fa­cher, nur weil sie lan­ge dau­ert oder eine bestimm­te Wohn­form vor­liegt. Eine Pau­scha­le ent­las­tet alle Betei­lig­ten – Betreuer*innen wie Gerich­te – und sie redu­ziert Büro­kra­tie deut­lich.“ Der BdB ver­wies auf sein Modell einer bun­des­weit ein­heit­li­chen Pau­scha­le auf Grund­la­ge rea­lis­ti­scher Zeit­auf­wän­de und betriebs­wirt­schaft­li­cher Berech­nun­gen.

Bürokratische Hürden abbauen – Prozesse vereinfachen

BdB-Bun­des­vor­stands­mit­glied Chris­ti­an Morg­ner erläu­ter­te die Erwar­tun­gen der Pra­xis an Bund und Län­der: „Der Berufs­all­tag ist durch vie­le büro­kra­ti­sche Anfor­de­run­gen belas­tet. Das kos­tet Zeit, die wir eigent­lich für unse­re Kli­en­tin­nen und Kli­en­ten brau­chen. Es ist wich­tig, dass Ver­wal­tung und Poli­tik gemein­sam mit uns Wege fin­den, Pro­zes­se zu ver­ein­fa­chen. Bay­ern sen­det hier posi­ti­ve Signa­le – das macht Mut.“ Im Gespräch wur­de ver­ein­bart, dass der BdB kon­kre­te Pra­xis­vor­schlä­ge zur Ent­las­tung der Betreuer*innen ein­rei­chen wird.

Bayern als positives Beispiel bei der Auszahlungspraxis

Die zuver­läs­si­ge und zügi­ge Aus­zah­lung von Ver­gü­tun­gen ist für die wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­tät der Betreu­ungs­bü­ros von gro­ßer Bedeu­tung. Mar­co Blam, BdB-Lan­des­spre­cher Bay­ern: „In Bay­ern funk­tio­niert die Beglei­chung der Ver­gü­tungs­an­trä­ge über­durch­schnitt­lich gut. Die meis­ten Amts­ge­rich­te zah­len sehr zeit­nah. Das sorgt für Pla­nungs­si­cher­heit und ent­las­tet die Betreue­rin­nen und Betreu­er spür­bar. Die­ses Niveau wün­schen wir uns bun­des­weit.“

Gemeinsam für eine starke berufliche Betreuung

Das Staats­mi­nis­te­ri­um sicher­te zu, die Arbei­ten an Eva­lua­ti­on und Ver­gü­tungs­re­form aktiv zu beglei­ten. Bei­de Sei­ten beton­ten die Bedeu­tung eines offe­nen Dia­logs, um eine moder­ne, leis­tungs­fä­hi­ge und nach­hal­ti­ge Struk­tur der recht­li­chen Betreu­ung zu sichern

Mehr Infor­ma­tio­nen: www.berufsbetreuung.de | Lin­ke­dIn | BdB-Ver­gü­tungs­kam­pa­gne

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