Theodor-Wolff-Preis 2017

Am 21. Juni waren mehr als 300 Gäste im Berliner Radialsystem dabei, als eine Journalistin und vier Journalisten mit dem renommiertesten Preis der Zeitungsbranche ausgezeichnet wurden.

Videoproduktion | BDZV

Der Preis wur­de in fünf Kate­go­rien ver­ge­ben und ist mit ins­ge­samt 24.000 Euro dotiert. Aus­ge­zeich­net wur­den Anja Reich, Marc Nel­ler, Hans Monath, Nico Rich­ter und Deniz Yücel.

Thema des Jahres: „Populismus“

Für der Kate­go­rie The­ma des Jah­res 2017 „Popu­lis­mus“ ist Nico­las Rich­ter für „Klingt ver­rückt“ (Süd­deut­sche Zei­tung, Mün­chen) Preis­trä­ger. Sein Text beglei­tet eine Rei­se durch die USA in einer Zeit tief­grei­fen­der gesell­schaft­li­cher Spal­tung. Nico­las Rich­ter zeigt, war­um Donald Trump für vie­le Ame­ri­ka­ner glaub­wür­dig wirkt, obwohl er inter­na­tio­nal oft belä­chelt wird.

Nomi­niert waren Bernd Kast­ner für „Haus­be­such“ (Süd­deut­sche Zei­tung, Mün­chen) und Mar­tin Macho­wecz für „Wir sind dage­gen!“ (Die Zeit, Ham­burg).

Lokales

Preis­trä­ge­rin der Kate­go­rie „Loka­les“ ist Anja Reich für ihre Repor­ta­ge „Die Deutsch­ma­che­rin“ (Ber­li­ner Zei­tung). Anja Reich hat­te die Beam­tin Ange­li­ka Gess­ner beglei­tet, die in Neu­kölln über Ein­bür­ge­run­gen ent­schei­det. Der Text beschäf­tigt sich mit der Fra­ge, was Inte­gra­ti­on im Kern bedeu­tet – und wie sie im All­tag prak­tisch gelebt wird.

Nomi­niert waren Ami­en Idries für „Die gro­ße Trau­er kam erst Jahr­zehn­te spä­ter“ (Aache­ner Zeitung/Aachener Nach­rich­ten) und Mat­thi­as Thie­me für „Men­schen­s­kin­der“ (Ber­li­ner Mor­gen­post).

Reportage

Preis­trä­ger der Kate­go­rie „Repor­ta­ge“ ist Marc Nel­ler für „Der Code des Bösen“ (Welt am Sonn­tag, Ber­lin). Marc Nel­ler hat­te einen deut­schen Infor­ma­ti­ker beglei­tet, der auf der Suche nach einem Dis­ser­ta­ti­ons­the­ma unver­mit­telt in die inter­na­tio­na­le Sicher­heits­po­li­tik hin­ein­ge­zo­gen wur­de. Sei­ne Recher­chen führ­ten den Wis­sen­schaft­ler zu einem der welt­weit meist­ge­such­ten Cyber­kri­mi­nel­len.

Nomi­niert waren Amrai Coen und Tan­ja Stel­zer für „Brüs­sel, 22. März 2016“ (Die Zeit, Ham­burg) und Roman Dei­nin­ger für „Hab‘ ich euch!“ (Süd­deut­sche Zei­tung, Mün­chen).

Meinung

Preis­trä­ger der Kate­go­rie „Mei­nung“ ist Hans Monath für „Der Hoch­mut der Ver­nünf­ti­gen“ (Der Tages­spie­gel, Ber­lin). Sein Essay unter­sucht, wie libe­ra­le Milieus in Kri­sen­zei­ten dazu nei­gen, ihre poli­ti­schen und kul­tu­rel­len Über­zeu­gun­gen immer vehe­men­ter zu ver­tre­ten – und dabei unbe­ab­sich­tigt die gesell­schaft­li­chen Gegen­kräf­te stär­ken.

Nomi­niert waren Domi­nik Bar­dow für „Fuß­ball, ich kann nicht mehr!“ (Der Tages­spie­gel, Ber­lin) und Armin Käfer für „Demo­kra­tie der Dep­pen“ (Stutt­gar­ter Zei­tung).

Sonderpreis 2017

Der erst­mals ver­ge­be­ne Son­der­preis ging an Deniz Yücel. Der Tür­kei-Kor­re­spon­dent der Welt sitzt seit 130 Tagen in Haft. Sei­ne Frau Dilek Maya­türk Yücel nahm mit Fami­lie, Freun­den und Kol­le­gen die Wür­di­gung ent­ge­gen.

Son­der­preis für Deniz Yücel © BDZV/Bettina Aus­ser­ho­fer

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